So war der 4. EOE Tag 2026 in Erlangen

Quelle: Lena Jung

Der EOE Patienten- und Ärztetag in Erlangen  fand auch in diesem Jahr als Hybridveranstaltung statt. Die Interessierten konnten sowohl vor Ort, in der Kinderklinik des Universitätsklinikums Erlangen, als auch online teilnehmen.

Quelle: Lena Jung

In diesem Jahr stieß der EOE-Tag auf besonders großes Interesse und verzeichnete mit insgesamt 451 Anmeldungen eine Rekordnachfrage. Insgesamt nahmen 333 Personen aktiv an der Veranstaltung teil – darunter Teilnehmende vor Ort und online sowie Referierende, Sponsoren und das Organisationsteam.

Das Publikum war vielfältig: Neben erwachsenen und pädiatrischen Patienten sowie deren Angehörigen nahmen auch Ärzte, medizinisches Fachpersonal, Ernährungsberater, EOE-Experten sowie weitere Interessierte teil.

Vor Ort präsentierten zudem die Unternehmen Sanofi/Regeneron Pharmaceuticals , Dr. Falk Pharma sowie Danone Nutricia ihre Angebote. Auch Mein Allergie Portal war mit einem Informationsstand vertreten und bot zusätzlichen Raum für Austausch und Information.

Quelle: Lena Jung

Der EOE-Patienten- und Ärztetag bot ein abwechslungsreiches Programm aus Fachvorträgen und einem praxisnahen Ernährungsworkshop. Zudem hatten die Teilnehmenden durchgehend die Möglichkeit, direkt mit EOE-Experten ins Gespräch zu kommen. Die Referierenden stellten aktuelle Erkenntnisse aus der klinischen Versorgung sowie neueste Forschungsergebnisse zu Ursachen, Symptomen und Therapiemöglichkeiten der eosinophilen Ösophagitis vor.

Auch abseits der Vorträge wurde der persönliche Austausch großgeschrieben: In den Pausen konnten sich die Teilnehmenden am HAPPY Buffet stärken, die Informationsstände der Pharmaunternehmen besuchen und gezielt mit anderen Betroffenen und Fachleuten vernetzen. Besonders geschätzt wurde die offene Atmosphäre, in der jederzeit Fragen gestellt und individuelle Anliegen direkt mit den Referierenden besprochen werden konnten.

Quelle: Lena Jung

Moderiert wurde die Veranstaltung von Gastgeber Prof. Dr. Hörning. Gleich zu Beginn erwartete die Teilnehmenden ein besonders eindrücklicher Programmpunkt: ein persönliches Interview zwischen ihm und einer Patientin.

Im Gespräch berichtete sie offen über ihren individuellen Weg zur Diagnose der eosinophilen Ösophagitis, die bei ihr aufgetretenen Symptome sowie die Herausforderungen, die sie im medizinischen Alltag erlebt hat. Besonders bewegend war ihre Schilderung, wie schwierig es als erwachsene Patientin sein kann, passende ärztliche Betreuung zu finden und mit den eigenen Beschwerden ernst genommen zu werden.

Quelle: Lena Jung

Im anschließenden Vortrag „Einblicke in komplizierte klinische Situationen bei EOE“ zeigte Prof. Dr. de Laffolie anschaulich, welche „kniffligen“ Herausforderungen die Erkrankung im klinischen Alltag mit sich bringen kann. Von der korrekten Diagnosestellung bis hin zur langfristigen Erhaltungstherapie wurde deutlich, wie entscheidend fachliche Expertise ist. Besonders hob er hervor, welchen positiven Einfluss Eliminationsdiäten auf den Krankheitsverlauf haben können – vorausgesetzt, Betroffene bringen die nötige Geduld mit, bis sich der Therapieerfolg auch klinisch zeigt.

Im Anschluss griff Dr. Kittel in seinem Vortrag „Was gibt es Neues zur EOE 2026?“ aktuelle Entwicklungen in der Therapie auf und beantwortete zahlreiche Fragen aus dem Publikum. Er berichtete unter anderem, dass in diesem Jahr weitere Medikamente für die Behandlung bei Kindern zugelassen werden. Mit dem Ansatz „start small“ erläuterte er, dass es sinnvoll sein kann, zunächst Kuhmilch zu eliminieren und die Diät bei Bedarf schrittweise auf weitere Lebensmittel auszuweiten.

Einen spannenden Ausblick auf aktuelle Forschungsdaten bot Dr. Schumann mit seiner Präsentation „Exklusive Vorschau in die ersten Ergebnisse der Studie PAMEDER – Patientenorientierte Medizin und Ernährung bei EOE“. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in erste Auswertungen sowie mögliche Erklärungsansätze für die Ergebnisse. In seinem Fazit unterstrich er insbesondere die Bedeutung, Beratungsangebote weiter auszubauen, Informationen stärker zu standardisieren und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern.

Quelle: Lena Jung

Einen besonders tiefgehenden Einblick in die immunologischen Zusammenhänge der Erkrankung bot der Vortrag „Mastzellen sind beteiligt an der Pathogenese der EOE“. In Vertretung von Frau Hironimus übernahm Prof. Dr. Hörning die Präsentation und stellte aktuelle Studienergebnisse zur Rolle von Mastzellen bei der eosinophilen Ösophagitis vor. Dabei wurde deutlich, dass diese Zelltypen bei EOE-Patientinnen und -Patienten vermehrt vorkommen und vermutlich eine wichtige Rolle im Entzündungsgeschehen spielen. Gleichzeitig betonte er, dass weitere Forschung notwendig ist, um die genauen Mechanismen und Zusammenhänge besser zu verstehen.

Mit ihrem Vortrag „Eosinophile Ösophagitis als komplexe Th2-Entzündungskrankheit: Ergebnisse einer prospektiven Langzeitstudie bei Kindern“ präsentierte Frau Degen erste Ergebnisse ihrer Studie. Sie gab Einblicke in unterschiedliche Formen der Remission bei EOE und zeigte auf, wie diese durch verschiedene Therapieansätze erreicht werden können. Darüber hinaus ging sie auf die Frage ein, inwiefern sich unterschiedliche Behandlungsstrategien sinnvoll kombinieren lassen, und unterstrich damit die Komplexität und Individualität der Therapie bei EOE.

Quelle: Katrin Schweizer

Mit den Worten „Nur wer verstanden hat, worum es geht, kann auf Augenhöhe mit den Ärzten gemeinsame Therapieentscheidungen treffen“ eröffnete Frau Schweizer ihre Präsentation „MeetEOE – Wie Künstliche Intelligenz Patienten mit EoE unterstützt“. Sie stellte den Aufbau der Studie vor und präsentierte erste Zwischenergebnisse zum Nutzungsverhalten der Teilnehmenden. Besonders spannend war die Frage, inwieweit der eingesetzte Chatbot den Wissenszuwachs der Patientinnen und Patienten fördern konnte. Das große Interesse im Publikum zeigte sich auch in den Reaktionen der Online-Teilnehmenden – so brachte ein Kommentar die Stimmung treffend auf den Punkt: „Ich habe den Chatbot so viel genutzt, bitte schaltet ihn niemals ab.“ Gleichzeitig wurde die Perspektive diskutiert, das Angebot auch über die Studiendauer hinaus weiterzuführen.

Im anschließenden Tandem-Talk „Unterschiede der EOE zwischen Kindern und Erwachsenen“ beleuchteten Prof. Dr. Farnbacher und Prof. Dr. Hörning gemeinsam zentrale Aspekte der Erkrankung. Sie gingen auf Epidemiologie, Symptomatik, Pathophysiologie und Therapie ein und wiesen dabei auch auf die steigende Inzidenz der EOE hin. Im Dialog wurde deutlich, wie unterschiedlich sich die Erkrankung je nach Altersgruppe äußern kann. Besonders die Inhalte zu medikamentösen und diätetischen Therapieansätzen stießen auf großes Interesse und wurden in der anschließenden Fragerunde intensiv vertieft.

Nach dem letzten Vortrag endete das offizielle Programm für die Online-Teilnehmenden. Prof. Dr. Hörning verabschiedete sich und bedankte sich für die rege Teilnahme. Für die vor Ort Anwesenden bot sich im Anschluss die Möglichkeit, den Tag in einem praxisnahen Workshop zur EOE ausklingen zu lassen und das Gelernte weiter zu vertiefen.

Quelle: Lena Jung

Der anschließende Ernährungsworkshop wurde von den Ernährungstherapeuten Urban Hetterich, Annette Simon und Petra Weißer geleitet. Das interaktive Format sprach gleichermaßen Patienten, Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Interessierte an und schuf eine offene, praxisnahe Lernatmosphäre.

Neben fachlichem Input stand vor allem der persönliche Austausch im Mittelpunkt: Die Teilnehmenden konnten ihre individuellen Erfahrungen einbringen, Fragen stellen und gezielte Beratung erhalten. Ein besonderer Fokus lag auf alltagstauglichen Tipps – etwa zur Verwendung geeigneter Alternativen für Lebensmittel, die im Rahmen von Eliminationsdiäten gemieden werden müssen. Ebenso wurde anschaulich erläutert, wie die schrittweise Wiedereinführung von Lebensmitteln gestaltet werden kann.

Ein Highlight des Workshops war die Möglichkeit, verschiedene alternative Nahrungsmittel direkt vor Ort zu probieren – ein Angebot, das von den Teilnehmenden mit großem Interesse angenommen wurde.

Quelle: Lena Jung

Der 4. EOE-Patienten- und Ärztetag in Erlangen hat eindrucksvoll gezeigt, wie groß der Bedarf an fundierten Informationen, persönlichem Austausch und individueller Beratung rund um die eosinophile Ösophagitis ist. Die Kombination aus hochkarätigen Fachvorträgen, aktuellen wissenschaftlichen Einblicken, praxisnahen Workshops und der Möglichkeit zum direkten Dialog zwischen Betroffenen und Expertinnen und Experten machte die Veranstaltung zu einem wertvollen Erlebnis für alle Teilnehmenden.

Besonders die hybride Ausrichtung ermöglichte es, eine große und vielfältige Zielgruppe zu erreichen und sowohl persönliche Begegnungen vor Ort als auch eine flexible digitale Teilnahme zu verbinden. Der offene Austausch, die zahlreichen Fragemöglichkeiten und die praxisorientierten Inhalte trugen maßgeblich dazu bei, Wissen zu vertiefen und Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung zu stärken.

Den gelungenen Abschluss bildete die Ankündigung des nächsten Treffens: Der EOE-Patiententag 2027 wird am 24. April am Universitätsklinikum Gießen stattfinden. Interessierte haben bereits jetzt die Möglichkeit, sich hier  anzumelden – und können sich schon heute auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr freuen.

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